Antriebstyp

Name

Mühlenauer Sägemühle

Quellen

3 Karten
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Mühle / Sägewerk Mühlenau).
15 Pläne
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Mühle / Sägewerk Mühlenau).
1 Foto der „Mühlenauer Mühle“
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 330).

Quellen:
Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Mühle / Sägewerk Mühlenau.

Literatur:
Nicke, Herbert:
Bergische Mühlen. Auf den Spuren der Wasserkraftnutzung im Land der tausend Mühlen zwischen Wupper und Sieg.
Wiehl 1998.

Antriebstyp
Standort

Oberwiehler Straße /
Remperger Straße

11
Deutschland

Gewässer
Name

Mühlenauer Sägemühle

Eigentümeraddresse

Deutschland

Geschichte

1851
Antrag zum Bau einer Öl-, Knochen- und Fruchtmühle zwischen den Oberwiehler Hämmern und der Bibersteiner Mühle wird von Friedrich Breidenbach aus Remperg, Christian Becker aus Scheid und Carl Weber aus Scheid gestellt.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Mühle / Sägewerk Mühlenau).

1854
Das Mühlengebäude ist fertiggestellt und wird vom Kreisbaumeister Küster als entsprechend der Konzession ausgeführt vorgefunden.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Mühle / Sägewerk Mühlenau).

1896
Die Mühlenauer Sägemühle ist als solche in der Topographischen Karte eingetragen; Nicke vermutet, dass diese Sägemühle aus dem zweiten der beiden Hammerwerke in Mühlenau entstanden ist.
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 329).

ohne Datierung
„In dem Sägewerk befand sich auch eine ‚Holzmehlmühle’, eine nicht ganz alltägliche Einrichtung. Hier wurde nämlich Sägemehl zu Holzmehl vermahlen (als Beitat zum Paniermehl und als Streumehl an Bäckereien verkauft).“
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 329).

spätestens 1910
Die Fruchtmühle mit Knochenstampfe ist mit einem Sägewerk verbunden; Eigentümer ist der Mühlenbesitzer Wilhelm Weber.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Mühle / Sägewerk Mühlenau).

1923 / 1924
Das Sägewerk als rechtwinkliger Anbau an das Mühlengebäude wird umfangreich erweitert und ausgebaut. Das Unternehmen nennt sich jetzt Wiehltaler Sägewerk GmbH.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Mühle / Sägewerk Mühlenau).

1947
Mühle und Sägewerk werden durch einen Brand bis auf Außenmauern und Grundkonstruktion zerstört. Das Sägewerk wird über der Subkonstruktion aus Betonstützen erneuert, die Mühle im Inneren neu ausgebaut und über einem Betonringanker mit einem weiteren Obergeschoss versehen. Vermutlich ebenfalls aus dieser Zeit stammt eine Verlängerung des Gebäudes zum Wiehlbach mit Bäckerei.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Mühle / Sägewerk Mühlenau).

1979
denkmalpflegerische Aufnahme
wahrscheinlich ehemaliges Mühlengebäude, straßenseitig 1geschossiges am Hang 3geschossiges Bruchsteingebäude teilweise durch Backsteinmauerwerk ersetzt und erneuert; seitlich anschließender Gewerbetrakt
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Mühle / Sägewerk Mühlenau).

1992, April
1. denkmalpflegerische Beschreibung (Dr. Buschmann)
Mehrteilige Gebäudeanlage auf winkelförmigem Grundriß. Rechtwinklig zum vorbeifließenden Wiehlbach dreigeschossiges Natursteingebäude in Hanglage mit Satteldach. Das Gebäude ist aus bruchrauhem Natursteinmauerwerk gemauert. Zur Nordseite hat Gebäude insgesamt 6 Achsen. Die letzte zum Bach hin orientierte Achse vom übrigen Gebäudekörper durch eine Baunaht getrennt. An der zu dieser Baunaht gehörenden inneren Querwand sind noch Reste eines früheren Maschinenantriebes erhalten. Es handelt sich um eine durch die Wand führende Achse mit Riemenscheibe.
Das ursprüngliche Mühlengebäude war vermutlich zweigeschossig und hatte fünf Fensterachsen.
Rechtwinklig an das Natursteingebäude schließt sich parallel zur Straße gelegen die ehemalige Sägewerkhalle an. Diese Halle steht auf einer Subkonstruktion aus Ortbetonstützen, Ortbetonunterzügen und einer darauf aufliegenden Decke aus T-Trägern mit zwischengefügten Ortbetondecken. Über dieser Subkonstruktion steht die eigentliche Sägewerkshalle in Holzbauweise mit einer Stützenreihe aus Holz und aus Brettern zusammengefügten Dachstühlen. Die Sägewerkshalle ist außen mit Holzbrettern verschalt. Das Dach aus gewellten Zementplatten.
Unter der Sägewerkshalle befindet sich die Turbinenanlage zum Antrieb der Maschinen. Es handelt sich um Turbinen der Firma Drees & Co., Soest. Die Turbine ist über eine Welle nach außen mit einer Anlage verbunden, die aus mehreren Treibscheiben auf einer Achse besteht. Es handelt sich um insgesamt vier Treibscheiben. Die drei großen Treibscheiben mit gegossenen Speichen und gegossenem Radkranz setzten aus sich jeweils zwei Teilen zusammen, die am Radkranz und an der Radnabe verschraubt sind. Eine Treibscheibe bediente einen Treibriemen, der in das Mühlengebäude hineinführte. Andere Treibscheiben waren über Riemen mit Antriebswellen im Sägewerk verbunden. Vor den Treibscheiben ist ein Regler der Firma Drees & Co. aufgestellt.
Westlich des Gebäudes sind Reste des alten Obergrabens erhalten, die etwa parallel zur heutigen Straße verlaufen. Nach Antrieb der Wasserturbine floss das Wasser unter Sägewerkshalle und Mühle hindurch und wurde in einem verrohrten Unterlauf dem Bach vor der Brücke wieder zugeführt.
Westlich der Sägewerkshalle holzumkleideter Behälter auf quadratischem Grundriß mit hölzerner Subkonstruktion, vermutlich als Sägemehlbehälter dienend.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Mühle / Sägewerk Mühlenau).

1992, Mai
2. denkmalpflegerische Beschreibung (Dr. Buschmann)
Von dem rechtwinklig zum Wiehlfluß angeordneten zweigeschossigen Ursprungsbau aus bruchrauhem Naturstein sind nur die Außenwände erhalten. Die Situation des parallel zur Straße geführten Obergrabens entspricht vermutlich ebenfalls noch der Entstehungszeit der Mühle. Die straßenseitig an dem Mühlengebäude liegende Radkammer ist im Innern noch erkennbar.
Das parallel zur Straße über dem Obergraben angeordnete Sägewerk ruht auf einer Subkonstruktion aus Betonstützen und Betondecke. Der eingeschossige hölzerne Aufbau wurde nach dem Brand von 1947 erneuert und ist entsprechend den wirtschaftlichen Bedingungen der Nachkriegszeit in dürftiger Konstruktion und Bauweise erstellt. Ebenfalls aus der Wiederaufbauphase stammen die Elemente des Transmissionssystems und vermutlich auch die beiden nicht zugänglichen Turbinen.
Das Mühlengebäude ist nach dem Brand im Innern vollständig erneuert worden. Durch Erhöhung der Mühle um das dritte Stockwerk wurden auch die ursprünglichen Baukörperproportionen wesentlich geändert.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Mühle / Sägewerk Mühlenau).

Zustand

1998
Nur noch das/die Gebäude ist/sind erhalten.
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 329).