Antriebstyp

Name

Mühle am Alten Zoll

Quellen

Literatur:
Vogt, Hans:
Die Rheinischen Windmühlen.
(Hrsg.: Verein Niederrhein e. V.).
Krefeld 2005.

Antriebstyp
Standort

Koblenzer Tor
Bonn
Deutschland

Region
Name

Mühle am Alten Zoll

Eigentümeraddresse

Deutschland

Geschichte

1586, 12. Juli
Kurfürst Ernst von Bayern hat dem Zöllner Wendelin Reuss „gnedigst anbevolen, eine windtmüll oberendig dem Zollhauss an der Mauren der Statt Bon aufzurichten“. Der Bauplatz für die Bockwindmühle befand sich direkt hinter dem Zollgebäude auf einer aufgemauerten ovalen Bastion im Zuge der Stadtbefestigung. Die Ausführung lag in der Hand des Mühlenmeisters Laurenz aus Wesseling und ist bei Hörold in allen Einzelheiten beschrieben. Interessant ist, dass Meister Laurenz die Antriebstechnik und das Mahlwerk aus der niederzulegenden Windmühle in Roesberg zu nehmen hatte. Die Roesberger dürften es verwunden haben. Denn sie bekamen alsbald eine neue Mühle. Die Kosten für das Vorhaben in Bonn beliefen sich auf über 900 Goldgulden.
Fortan gab es in und bei Bonn zwei kurfürstliche Windmühlen. Dass man überhaupt hier und im wasserreichen Umfeld dem Bau von Windmühlen so große Aufmerksamkeit widmete, lag in dem Bestreben, nicht von den Rheinmühlen und den reichlich vorhandenen ortsfesten Bachmühlen abhängig zu sein.
(Vogt, Rheinische Windmühlen, S. 457).

1578 [ sic! gemeint sein dürfte allerdings 1587]
In einem Streit wird „der ehrbare Müller Thonisen“ aus Groß Altendorf als Vermittler eingeschaltet. Der Mühlenmeister Laurenz aus Wesseling hatte ihn vorgeschlagen. Ob Thönisen Wind- oder Wassermüller war, ist nicht überliefert. Streitgegenstand war das Bauholz, das zum Bau der Bockwindmühle am Alten Zoll in Bonn 1586 / 1587 verwandt worden war.
(Vogt, Rheinische Windmühlen, S. 464, Anmerkung zur Altendorfer Mühle).

1587, vor dem Weihnachtsabend
Die soeben in Betrieb genommene Mühle spielt beim Überfall des berüchtigten Feldhauptmanns in niederländischen Diensten, Martin Schenck von Nideggen, eine verhängnisvolle Rolle. Die Flügel sollen so laut gekrächzt und geknarrt haben, dass die Wachen der Rheintores nebenan nicht von den Vorbereitungen zu dessen Sprengung gehört hatten. Zudem waren die Wachsoldaten auch wohl mehr mit dem Wein als mit der Wachsamkeit beschäftigt. So hatte Schenck eindringen und die Stadt plündern können.
(Vogt, Rheinische Windmühlen, S. 457).

1588
Der Kupferstecher Petrus Pannensmit hat den Überfall Schencks in einem „Warhafftige(n) Abconterfey der Churfürstlichen Stat Bonn“ mit Tor und Mühle im Pulverqualm festgehalten.
(Vogt, Rheinische Windmühlen, S. 457).

1612, April
In einer Aprilnacht des Jahres 1612 brennt die Mühle am Alten Zoll aus ungeklärter Ursache ab, wird aber unverzüglich wieder aufgebaut, weil „die notdurfft es erforderte“.
(Vogt, Rheinische Windmühlen, S. 457).

1661
Feststellung, dass das Ständerwerk der Mühle faul war; eine gründliche Erneuerung war die Folge, obwohl der Kurfürst damals bereits angeregt hatte, die noch brauchbare Mühleneinrichtung „für eine neue Wintmüll ahn dem neuen Thurm“ an der nordöstlichen Ecke der Stadtbefestigung zu verwenden.
(Vogt, Rheinische Windmühlen, S. 457).

1673
Die Mühle am Alten Zoll wird bei der Belagerung der Stadt im Niederländischen Freiheitskrieg durch die mit den Franzosen verbündeten kaiserlichen Truppen zerstört.
(Vogt, Rheinische Windmühlen, S. 457).