Antriebstyp

Name

Müllershammer

Quellen

Abbildungen:
29 Fotos, davon 13 Kopien (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).
10 Karten in Kopie (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

Quellen:
Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe.

Literatur:
Nicke, Herbert:
Bergische Mühlen. Auf den Spuren der Wasserkraftnutzung im Land der tausend Mühlen zwischen Wupper und Sieg.
Wiehl 1998.

Antriebstyp
Standort

Lindlar-Oberleppe
Deutschland

Gewässer
Name

Müllershammer

Eigentümeraddresse

Deutschland

Geschichte

1782
Bericht des Bergvogtes Johann Christian Torley über die Hammerwerke im Amt Neustadt. Der Müllershammer ist in dieser Aufstellung einer von neun an der Leppe gelegenen Reckhämmer.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1782
Erste Erwähnung im Bericht des Bergvogts Johann Christian Torley über Hammerwerke im Amt Neustadt; Eigentümer: Kaspar Bernhard Müller, dem 2 Hämmer an der Leppe gehören
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1803
Der Müllershammer Oberleppe wird auf der Rummel-Karte als „Alte Hammer“ bezeichnet: Das Werk war auch Ambosshammer.
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 298).

Anfang 19. Jahrhundert
Bau der 1982 noch erhaltenen Gebäude des Hammerwerkes
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1831
In der Kataster-Urkarte ist als Eigentümer Wilhelm Müller verzeichnet. Das in der Urkarte verzeichnete Hammergebäude ist in Größe und Anordnung identisch mit dem 1991 vorhandenen Haupthaus. Südöstlich vor dem Hammergebäude erstreckt sich der auch 1991 noch existierende Sammelteich. Er ist über einen Obergraben mit der Leppe verbunden. Weiterhin ist der Urkarte zu entnehmen, dass das Wasser aus dem Sammelteich an der östlichen Traufseite des Hammergebäudes vorbei in einen Graben geführt wurde und dort ein Wasserrad antrieb.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1831
Eigentümer: Wilhelm Müller aus Berghausen; Müller hatte 1810 bedeutende Stellung in bergischer Eisenproduktion mit 12 Reckhämmern mit je 3 Arbeitern gemäß Tabelle der Hüttenwerke, Hämmer, Fabriken und Manufakturen im Großherzogtum Berg
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1834
Reidemeister Johann Wilhelm Müller beantragt bei der Regierung Köln Vergrößerung des Hammerteichs und die Verlagerung der Leppe
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1836
W. Müller erscheint in Industrietabelle für Kreis Gummersbach als Besitzer einer Zaineisenfabrik – Werk zur Herstellung von Flach- und Vierkanteisen, ferner als Besitzer eines Hammers in Berghausen-Gimborn (= Müllershammer).
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1845 / 1846
Nennung im Mühlenkataster Gemeinde Gimborn als Reckhammer mit 6 Stampfen
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).
1846
Carl Gottlieb Müller beantragt Anlage einer unterschlächtigen Öl- und Knochenstampfmühle am Sammelteich seines Reckhammers (= „der alte Hammer“).
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1846
Das Hammergebäude wird durch eine Knochenstampfmühle ergänzt. Sie wird östlich des Hammergebäudes direkt an der anderen Seite des Mühlgrabens angelegt und erhält ein am Mühlgraben gelegenes unterschlächtiges Wasserrad. Der Müllershammer wird aber weiter als Reckhammer betrieben.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1850 - 1852
Gewerbetabelle Bürgermeisterei Gimborn: Hammer als Müllershammer genannt = Reckhammer, auf dem Schmiedeeisen verarbeitet wird
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1855
Müllershammer von Johann Abraham Kochenrath erworben; dieser betrieb flussabwärts das Puddel- und Walzwerk Neu-Remscheid.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1855
Müllershammer wird erworben von Handelshaus Kochenrath = Johann Abraham Kochenrath; dieser war Pionier der Eisenverarbeitung mit Walzwerk Neu-Remscheid 1853; Umbau in Raffinierstahlhammer, 1855 mit 4 Arbeitern; 10.000 Pfund Stahl/Jahr; bestes Ergebnis aller Raffinierstahlhämmer
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1858, 15. Dezember
Genehmigung des Antrags des Johann Abraham Kochenrath aus Neu-Remscheid zur Anlage einer Guss- und Zementierstahl-Fabrik
(Auszug aus Akten-Nr. 2619, Archiv der Gemeinde Gimborn [Stadtarchiv Gummersbach], in: Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1858
Umwandlung Müllershammer in Guss- und Zementierstahlfabrik; Knochenmühle wird Tonstampfe
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1870 / 1871
Gussstahlschmelze an der Leppe mit 3 Arbeitern
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).
1884
Genehmigung des Gesuchs des J. A. Kochenrath aus Neu-Remscheid zur Erhöhung eines Wehres; Knochenstampfmühle soll in Fabrik für Kunstwolle umgewandelt werden
(Auszug aus Akten-Nr. 2620, Archiv der Gemeinde Gimborn [Stadtarchiv Gummersbach], in: Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1884
Kochenrath beantragt mehrere Veränderungen, u.a. Wehrerhöhung; Knochenmühle soll Kunstwollfabrik werden
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1887
Die Umwandlung der Knochenmühle in eine Fabrik für Kunstwolle scheint durchgeführt worden zu sein, denn die Firma Dörrenberg beschwert sich über die Wasserverunreinigung durch die Wollreißerei von Kochenrath, die so gravierend geworden sei, dass die Arbeiter am Stellershammer das Wasser nicht mehr als Trinkwasser benutzen könnten.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1887
Müllerhammer ist Kunstwollfabrik; Dörrenberg beschwert sich über Verunreinigung von Wasser durch Reißerei Kochenrath; Wasser sei am Stellershammer als Trinkwasser nicht mehr zu gebrauchen; Antrag auf Stilllegung
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1889
Eigentümer: Hühn und Schmidtseifer
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1891
Der Hammer wird durch die neuen Eigentümer Hühn und Schmidtsiefer vollständig in eine Kunstwollfabrik umgewandelt. Dabei wird die ehemalige Knochenmühle erweitert und über den alten Mühlengraben hinweg direkt mit dem Hammergebäude verbunden.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1905
Carl Ernst Röttger aus Gummersbach erwirbt die Anlage
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1905
Ernst Rötger aus Gummersbach erwirbt den Müllershammer; Erneuerung der technischen Einrichtung als Kunstwollfabrik; das Seitengebäude wird Färberei, vergrößert und mit einer neue Nordfassade versehen, die in gleicher Flucht mit dem Hammergebäude steht. Das Dachgeschoss des Hammergebäudes wird an der Südseite über eine schräge Rampe erschlossen und dient als Sortierraum.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1906
Einbau einer Turbine
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1923
Eigentümer Albert Breidenbach; dieser nutzt die Anlage als Filiale für Maufakturwaren, Weiß- und Wollwaren
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1923 - 1924
Albert Breidenbach, Manufacturwaren, Weiß- und Wollwaren
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

seit 1936
Müllershammer im Eigentum der Firma Höver, seitdem wechselnde Nutzungen (zeitweise als Schnürriemenfabrik, zuletzt als Schlosserei).
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1944, 4. Oktober
Genehmigung des Antrags der Firma Chr. Höver & Sohn, an das Hammerwerk eine Schlosserei anzubauen
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1967
Erneuerung des Dachstuhls des Seitengebäudes
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1982
denkmalpflegerische Aufnahme
ehemaliger Eisenhammer mit Wasserradantrieb zur Stahlherstellung; noch betriebsfähig; Innen- und Außenanlagen restauriert; im Bruchsteingebäude des Hammerwerkes befindet sich zusätzlich noch eine Schmiede.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

1991
denkmalpflegerische Zustandsbeschreibung
Die zweiteilige Anlage mit Hammergebäude und rechtwinklig daran anstoßendem Seitengebäude, in dem sich noch Wandreste der ehemaligen Knochenmühle befinden. Südöstlich der Anlage befindet sich der von der Leppe gespeiste Sammelteich. Der Anlage zugehörig ist auch der Untergraben, der sich unter dem Hammergebäude erstreckt und nördlich vor dem Nachbargebäude wieder ans Tageslicht tritt. Der Untergraben reicht bis zum Stelleshammer und ist etwa auf halbem Weg durch eine Querspange mit der Leppe verbunden.
Das Hammergebäude ist eine eingeschossige Halle aus bruchrauem Natursteinmauerwerk (Grauwacke). Dem Südgiebel vorgelagert ist in einer Ziegelsteinummauerung die Turbine und darüber auf einer vertikalen Achse Kammrad mit Stirnrad zum Antrieb der im Gebäude befindlichen Transmissionswelle. Ob die Turbine noch vorhanden ist, ließ sich nicht feststellen.
Die im Gebäudeinneren befindliche Esse und die Transmissionswelle mit Konsolen und Antriebsrädern stammen aus der letzten Nutzungsperiode des Hammers als Schlosserei.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Müllershammer).

Zustand

1998
Reste des Turbinen-Getriebes neben dem Gebäude noch sichtbar. Wehr, Schütz und Zulauf sind auch noch gut erkennbar.
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 298).