Name

Oelchenshammer = Oeltjeshammer

Quellen

Abbildungen:
15 Fotos, davon 3 Kopien (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Oelchens Hammer).
22 Zeichnungen (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Oelchens Hammer).

Quellen:
Mitteilung Hr. Dr. Thiel, Rheinisches Amt für Denkmalpflege

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Oelchens Hammer.

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe.

Literatur:
Nicke, Herbert:
Bergische Mühlen. Auf den Spuren der Wasserkraftnutzung im Land der tausend Mühlen zwischen Wupper und Sieg.
Wiehl 1998.

Standort

Engelskirchen
Deutschland

Gewässer
Name

Oelchenshammer = Oeltjeshammer

Eigentümeraddresse

Deutschland

Geschichte

1783
Bau des Hammers von E. Zapp und P. Müller
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 295).

1787
Alter Hammer inschriftlich datiert
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Oelchens Hammer).

1787
Zapp; Herstellung von Bändern für Küfer
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1816
Wohnhaus inschriftlich datiert
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Oelchens Hammer).

1816
Haus der Hammermeisters
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1822
Zwei Hämmer
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 295).

1844
Zwei oberschlächtige Wasserräder
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 295).

1860
Erwerb durch Dörrenberg; Herstellung von mehrfach raffinierten, besonders harten Stahlsorten für Äxte, Beile und Klingen
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

ab 1860
Besitz der Firma Dörrenberg
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Oelchens Hammer).

um 1860
Bau des Neuen Hammers
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Oelchens Hammer).

1860
Neues Hammergebäude
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1865
E. Dörrenberg wird neuer Besitzer
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 295).

1875
Schutzmarke: Janusstahl; noch heute wirbt Dörrenberg mit Januskopf
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1895
Der Oelchenshammer hat vier Wasserräder und produzierte den besonders guten „Janusstahl“
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 295).

1947
Betrieb wird eingestellt
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1947
Schließung der Anlage
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 295).

1963
Wiederherstellung
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 295).

Mitte 1960er Jahre
Restaurierung
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Oelchens Hammer).

ab 1967
Schauhämmern zu besonderen Anlässen (Herstellung von Qualitätsstählen)
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Oelchens Hammer).

1996
denkmalpflegerische Zustandsbeschreibung
Alter Hammer
In den Hang hineingebauter Bruchsteinbau mit Satteldach. Das Mauerwerk in wildem Verband mit durchgehenden Lagerfugen. Die Vorderfassade ist dreiachsig ausgebildet mit kleinem Blockrahmenfenster, Tür mit Blockrahmen und gusseisernem Fenster in der dritten Achse. Zwischen Tür und dritter Achse Strebepfeiler aus Naturstein. In der freistehenden Trauffassade steht der Kamin. Neben Kamin sind die Wände mit Holzschalung geschlossen. Hier waren die beiden Wasserräder angeordnet, von denen nur das vordere, oberschlächtige Wasserrad erhalten ist. Dieses Wasserrad (1920er Jahre) ist eine geschweißte Konstruktion, dessen vierkantige Welle auf einem Kugellager aufliegt und im Inneren des Gebäudes ein Kolbengebläse antreibt. Inschrift im Schlussstein über der Hauseingangstür: 1787 und darunter eine Folge nicht mehr entzifferbarer Buchstaben.
Im Inneren befindet sich neben dem talseitigen Kamin das über einen Krummzapfen angetriebene Kolbengebläse. Der im Kolbengebläse erzeugte Wind wird in einen genieteten Kessel geleitet, der über dem Dachbalken aufliegt. Die Dachbalken sind zusätzlich durch zwei kräftige längslaufende Balken parallel zum First verstärkt.
Neben dem von außen sichtbaren, talseitigen Kamin ist im Inneren ein zweiter Kamin erhalten, der dem talseitigen Kamin genau gegenüberliegt. Neben dem Kamin Wandöffnung mit Holzständern eingefasst, vermutlich Kohlenlager. An der zum Sammelteich gelegenen Giebelwand befindet sich das Hammerrad, das einen einzelnen Schwanzhammer angetrieben hat. Ständer für den Hammer und der Amboss sind erhalten.“
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Oelchens Hammer).

1996
denkmalpflegerische Zustandsbeschreibung
Neuer Hammer
Eingeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach.
Bruchsteinsockel. Vierachsige Vorderfassade mit Rechteckfenstern im linken und segmentbogigen Fenstern im rechten Bereich. Zwischen den Fensterachsen zwei Türen. An der Hangseite mittig angeordneter Kamin. An beiden Seiten des Kamins ursprünglich Wasserräder. Das zum Sammelteich gelegene Wasserrad trieb eine Hammerachse. An der gegenüberliegenden Giebelseite Doppelkamin. Diesem Doppelkamin ist um Sammelteich eine sheddachartige Einhausung vorgelagert, in dem sich das Wasserrad für die zweite Hammerwelle befindet. Das mit Blech beschlagene Wasserrad aus jüngerer Zeit unter Verwendung älterer Teile. Zum Sammelteich sitzt auf dem Gebäude ein großes, holzverkleidetes Zwerchhaus. In der nur wenig über dem Sammelteich hervorstehenden Traufseite befinden sich kleine Holklappen.
Im Gebäude befindet sich ein weiterer Kamin, der etwa mittig angeordnet ist und schräg zu den Gebäudekanten steht. Links davon befindet sich die noch betriebsbereite Hammerwelle mit zwei Schwanzhämmern. Rechts davon befinden sich die Reste des zweiten Hammers, von dem nur noch die Auflager der beiden Schwanzhämmer erhalten sind.
In der Zeit bis 1939, als bei der Fa. Dörrenberg in Engelskirchen-Ründeroth noch die Puddelöfen betrieben wurden, diente der alte Hammer und das rechts im neuen Hammer aufgestellte Hammerwerk zur Weiterverarbeitung des aus dem Puddelofen gewonnenen Schweißeisens. die Flachstähle wurden in den Öfen packetiert und unter den Hämmern bearbeitet. Die dritte Hammeranlage diente als Reckhammer zur Herstellung von Bandeisen.“
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Oelchens Hammer).

1996
denkmalpflegerische Zustandsbeschreibung
Wohnhaus
Eingeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach und von der Flucht zurückspringender daran anschließender Schuppen. Die Vorderfassade dreiachsig mit aus der Mittelachse etwas herausgesetzter, doppelflügeliger Tür. Über der Tür und dem danebenliegenden Gefach Inschriftenbalken mit der Inschrift: Christian Peter Zapp, dem 19. Julius 1816. Der Schuppen auf Bruchsteinmauerwerk mit darüberliegender Holzverschalung. Vor der Stirnseite des Wohnhauses und auf der anderen Seite des Hofes mit Bruchsteinmauern umgebene Kohlenlager.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Hammerwerke, Akte Oelchens Hammer).

Zustand

ohne Datierung (1996 ?)
Anlage aus Obergraben, Stauteich, Wehren und 2 Hammergebäuden mit je einem oberschlächtigen Wasserrad; Schmiedegebäude von 1870 mit mehreren Schmiedeöfen; älterer Werksteil von 1787 mit Essen, wassergetriebenes Gebläse; 2 Schwanzhämmer (einer ausgebaut), 2 ½ bis 3 Zentner Schlagkraft; Wohnhaus des Schmiedemeisters Zapp, 1816; Kohlenbunker
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Leppe).

1998
Das große Wasserrad ist von außen nicht sichtbar, da es sich im Eishaus befindet. Im Hof der Anlage ist ein weiteres Wasserrad zu sehen, das den Blasebalg betreibt. Reste eines Wasserrades von 1844; die komplette Anlage mit Wasseranlage, Gebäude, Wasserrad und Getriebe mit Werk sind erhalten
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 295).

2006
Hammerwerk komplett erhalten; Außenstelle des Industriemuseums Engelskirchen
(frdl. Mitteilung Hr. Dr. Thiel, Rheinisches Amt für Denkmalpflege, vom 13.03.2006).