Antriebstyp

Name

Büsdorfer Mühle

Quellen

8 Fotos (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Bergheim, Büsdorf).
1 Foto (Wiesemann, Rund um Köln, Bd. 1, S. 178).
1 Karte (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Windmühlen, Akte Büsdorfer Mühle).
1 Foto (Sommer, S. 294).

Quellen:
Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Windmühlen, Akte Büsdorfer Mühle.

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Bergheim, A-F.

Literatur:
Berichte über die Tätigkeit der Denkmalpflege 1980-1982. Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege, Bd. 30/31. Köln / Kevelaer 1985, S. 373-685.

Sander, Joseph:
Die Sozialstruktur der 10 Mühlen auf dem heutigen Gebiet der Kommune Bergheim im Jahre 1799.
in: Geschichte in Bergheim. Jahrbuch des Bergheimer Geschichtsvereins e.V., Bd. 10.
Bergheim 2001, S. 163-199.

Sommer, Susanne:
Mühlen am Niederrhein. Die Wind- und Wassermühlen des linken Niederrheins im Zeitalter der Industrialisierung (1814-1914).
(= Werken und Wohnen. Volkskundliche Untersuchungen im Rheinland, Bd. 19).
Köln / Bonn 1991.

Vogt, Hans:
Die Rheinischen Windmühlen.
(Hrsg.: Verein Niederrhein e. V.).
Krefeld 2005.

Wiesemann, Jan:
Rund um Köln, Bd. 1: Der Westen: Kölner und Jülicher Land.
Bonn 1991.

Antriebstyp
Standort

Windmühlenstraße
Bergheim-Büsdorf
Deutschland

Name

Büsdorfer Mühle

Eigentümeraddresse

Deutschland

Geschichte

seit mindestens 1583
Die Anhöhe neben dem alten Hof oberhalb des „Büs-Dorfes“ ist Standort einer Bockwindmühle; sie gehört den Graben von Neuenahr und den Grafen von Salm-Reifferscheidt, den späteren Herren von Bedburg. Vermutlich war sie eine Bannmühle.
(Vogt, Rheinische Windmühlen, S. 415).

1583
Bau der ersten Mühle, einer hölzernen Bockwindmühle
(Wiesemann, Rund um Köln, Bd. 1, S. 178).

1583
Erwähnung der Mühle im Güterverzeichnis des Büsdorfer Fronhofs von St. Ursula in Köln
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Windmühlen, Akte Büsdorfer Mühle).

1794
Bau der Turmwindmühle
(Berichte über die Tätigkeit der Denkmalpflege 1980-1982. Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege, Bd. 30/31. Köln / Kevelaer 1985, S. 402).

nach 1800
Pächter Johannes Coenen aus dem benachbarten Geyen; ihm gelingt es, die Mühle zu kaufen
(Vogt, Rheinische Windmühlen, S. 415).

1801
Einwohner: Agatha Welter, verheiratet mit dem Müller Johann Cönen, der seit 2 Jahren in der Mühle wohnte, 4 Kinder, 2 Knechte, 2 Mägde
(Sander, Sozialstruktur, S. 171, 172).

1802
Einwohner: Müller Johann Cönen, Ehefrau Agatha Welter, 5 Kinder, 2 Knechte, 2 Mägde
(Sander, Sozialstruktur, S. 172).

1803
Einwohner: Müller Johann Cönen, Ehefrau Agatha Welter, 4 Kinder, Zahl der Knechte und Mägde unklar, da nicht eindeutig formuliert, ob diese zusätzlich zu den zuvor erwähnten in der Mühle tätig waren oder die einzigen Knechte und Mägde waren
(Sander, Sozialstruktur, S. 173).

1805
Offerte: Lfd. Nr. 14389; Ort: Büsdorf, Mühle; Datum: 09.07.1805; Objekt: 1 Mühle, 1 Haus mit 1 Keller und 1 Speicher, Brunnen, 1 Hof, 1 Scheune, 2 Ställe, 1 Schuppen, 1 Garten; Erl.: am Mühlenberg, Windmühle „mit 2 Flügeln“; Prov.: Fürst von Salm-Reifferscheid; Pächter: Koenen, Johann; Pacht: 345 [Angaben zur Währung fehlen]; Käufer: Gautier, Louis Alexandre, Aachen, Receveur (des domaines); Schätzpreis: 3000; Kaufpreis: 6175
(Sander, Sozialstruktur, S. 172).

ohne Datierung
Im Rahmen der Säkularisation kaufte Johann Cönen (1773 in Geyen geboren) die Büsdorfer Windmühle „aus dem Besitz der nunmehrigen Fürsten von Salm-Reifferscheid. Die Mühle ist seitdem Eigentum seiner Nachkommen.
(Sander, Sozialstruktur, S. 173).

1807 / 1808
Windmühlensignatur in der Tranchot-Karte eingetragen
(Sommer, S. 294).

1843
Erwähnung der Büsdorfer Windmühle
(Sommer, S. 294).

1847-1850
Neubau als Turmwindmühle
(Sommer, S. 294).

1847-1850
Vincenz Coenen, Sohn von Johannes Coenen, ersetzt den Holzbau durch eine Turmwindmühle mit einem stattlich aufgemauerten Mühlenberg. Dieser Rundbau hatte mit dem Turm als Resonanzkörper eine so gute Akustik, dass dort eine Zeit lang der Büsdorfer Männergesangverein „Cäcilia“ seine Proben abhielt.
(Vogt, Rheinische Windmühlen, S. 415).

1847-1850
Bau der Kappenwindmühle als Ersatz für die hölzerne Bockwindmühle
(Wiesemann, Rund um Köln, Bd. 1, S. 179).

1850
Errichtung der heutigen Windmühle
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Windmühlen, Akte Büsdorfer Mühle).
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Bergheim, Büsdorf)

bis 1928
Büsdorfer Mühle in Betrieb; danach verlor sie ihre Flügel
(Wiesemann, Rund um Köln, Bd. 1, S. 179).

1928
Stilllegung
(Sommer, S. 294).
(Berichte über die Tätigkeit der Denkmalpflege 1980-1982. Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege, Bd. 30/31. Köln / Kevelaer 1985, S. 402).

1928
Stilllegung; das Mahlwerk wird verschenkt, um einem anderen Müller zu helfen.
(Vogt, Rheinische Windmühlen, S. 415).

1970
Die Nachkommen Coenen restaurieren die Mühle und messen ihr auch wieder neue Flügel an, die inzwischen längst wieder auf Ersatz warten.
(Vogt, Rheinische Windmühlen, S. 415).

1980-1982
Büsdorf, Windmühle. Die 1794 erbaute Turmwindmühle wurde kontinuierlich mitsamt der zugehörigen Hofanlage saniert. Die Instandsetzung umfasste das Backstein-Außenmauerwerk, die Dächer, Fenster, Schlagläden und an der Mühle das Flügelkreuz. Die technische Ausstattung war schon nach der Stillegung 1928 beseitigt worden.
Bericht: Dr. Frank Kretzschmar
(Berichte über die Tätigkeit der Denkmalpflege 1980-1982. Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege, Bd. 30/31. Köln / Kevelaer 1985, S. 402).

1987
denkmalpflegerische Aufnahme
großes landwirtschaftliches Anwesen auf einer kleinen Anhöhe gelegen, mit zugehöriger Windmühle;
um einen rechteckigen Hof angeordnete Backsteinwirtschaftsgebäude; 2-geschossiges, verputztes Wohnhaus mit einem kurzen, nach vorne weisenden Seitenflügel; Giebelseite 2-achsig, seitlich anschließend Backsteinmauer mit rundbogiger Durchfahrt und daran ein Backsteinwirtschaftsgebäude; Windmühle 1850 in der Wetterfahne datiert, Backsteinturmwindmühle mit sehr hohem, zylindrischen Sockel, darauf der Mühlenturm, nach oben konisch zulaufend.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Bergheim, Büsdorf)

1989, 7. Juli
Eintragung als Baudenkmal
Eintragungstext:
„Das Baudenkmal umfasst das Wohnhaus, die um den rechteckigen Hof angeordneten Backsteinwirtschaftsgebäude mit Torbogen, die Windmühle von 1850 mit Mühlteich sowie das Hofkreuz von 1843.
Der Mühlenhof ist ein großes landwirtschaftliches Anwesen auf einer kleinen Anhöhe gelegen mit einer zugehörigen Windmühle von 1850. Die um einen rechteckigen Hof angeordneten Backsteinwirtschaftsgebäude liegen fast am Rande der zum Ort Büsdorf gewandten Anhöhe. Das 2-geschossige verputzte Wohnhaus besitzt einen kurzen, 2-achsigen, nach vorne weisenden Seitenflügel mit abgewalmten Dach. Dadurch erhält es einen gedrungenen L-förmigen Grundriß. Die Gebäudemitte wird durch ein 2 Fensterachsen überfangendes Zwerchhaus mit Thermenfenster betont. Der leicht außermittige, hochrechteckige Eingang in der 2. Achse besitzt ein originales Türblatt und Oberlicht. Seitlich an das Wohnhaus schließt sich eine Backsteinmauer mit rundbogiger Durchfahrt an. Die Backsteinturmwindmühle besitzt einen sehr hohen, zylindrischen Sockel; darauf befindet sich der nach oben konisch zulaufende Mühlenturm.
Auf dem zur Straße hin parkartig gestalteten Gelände neben der Windmühle steht ein Hofkreuz aus Gusseisen, welches inschriftlich aus dem Jahre 1843 datiert. Die Inschrift lautet „Zur höchsten Ehre Gottes von Reiner Müller und den Eheleuten Vincenz Cönen und Elisabeth Müller wohlgeboren in Büsdorf errichtet im Jahre 1843“.
Die Hofanlage mit der Windmühle und dem Hofkreuz ist bedeutend für die Geschichte des Menschen und erhaltenswert aus wissenschaftlichen, besonders architektur- und ortsgeschichtlichen Gründen.“
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Windmühlen, Akte Büsdorfer Mühle).

1989, 1. Dezember
Eintragung als Bodendenkmal
Eintragungstext:
„Am südöstlichen Ortsrand von Büsdorf, an der Straße nach Glessen, liegt auf einem Sporn des auslaufenden Villerückens der Mühlenhof. Der heutige Hof stammt aus den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts. von dem Vorgängerbau sind obertägig keine Spuren mehr sichtbar. Der Katasterplan von 1820 zeigt den alten Grundriss. Von drei Seiten wird der Hof durch den heutigen und dem alten Hohlweg nach Glessen begrenzt. Von einer Umwehrung auf der südlichen Seite ist nichts bekannt. Der alte Hohlweg an der Westseite des Hofes ist stark bewachsen und mit Bauschutt teilweise zugeschüttet. Der ehemalige Mühlenteich ist heute von Steinmauern eingefasst. Die Mühle wird 1583 im Güterverzeichnis des Büsdorfer Fronhofs von St. Ursula in Köln erwähnt. Mittelalterliche Burgen und Höfe eröffnen die Möglichkeit, das Alltagsleben ihrer Bewohner durch archäologische Grabungen zu erforschen. Dabei sind vor allem Hinweise auf die Sachkultur und Antworten auf volkskundliche sowie auf siedlungsgeschichtliche Fragen zu erwarten. Aus diesen Gründen ist die Büsdorfer Mühle bedeutend für die Geschichte des Menschen und der Stadt Bergheim. Die Erhaltung liegt aus wissenschaftlichen, insbesondere archäologischen, volkskundlichen sowie siedlungsgeschichtlichen Gründen im öffentlichen Interesse.“
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Windmühlen, Akte Büsdorfer Mühle).