Antriebstyp

Name

Biesenbacher Mühle

Quellen

Abbildungen:
7 Fotos (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).
11 Karten (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).
1 Geschäftsanzeige (Müller, Upladhin – Opladen, S. 339).

Quellen:
Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle.

Literatur:
Först, Maria:
Mühlen
(Faltblatt o. O., o. J. [April 1991]; ein kopiertes Exemplar befindet sich in: Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).

Müller, Rolf:
Upladhin - Opladen. Stadtchronik.
Opladen, 3. Aufl. 1980.

Nicke, Herbert:
Bergische Mühlen. Auf den Spuren der Wasserkraftnutzung im Land der tausend Mühlen zwischen Wupper und Sieg.
Wiehl 1998.

Antriebstyp
Standort

Leverkusen
Deutschland

Region
Name

Biesenbacher Mühle

Eigentümeraddresse

Deutschland

Geschichte

1506
Biesenbacher Hof urkundlich erwähnt
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).

1715
Verzeichnung der Biesenbacher Mühle nach Angabe der Opladener Stadtchronik auf einer bergischen Landkarte
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).

1715
Biesenbcher Mühle auf einer Karte eingezeichnet
(Först, Mühlen).

1715
Biesenbacher Mühle auf einer bergischen Landkarte eingezeichnet
(Müller, Upladhin – Opladen, S. 339).

um 1800
Errichtung des Mühlengebäudes als zweigeschossiger Fachwerkbau
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).

1829
Die Urkarte zeigt einen Gebäudebestand mit dem Mühlengebäude einschließlich rückwärtigem Anbau, Scheune und einem gegenüber der Mühle liegenden Wohn-/Stallhaus
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).

1834
Nutzung als Frucht- und Ölmühle
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).

1834
Die Biesenbacher Mühle wird von Peter May als „Frucht- und Oehlmühle“ betrieben
(Müller, Upladhin – Opladen, S. 339).

1850er Jahre
Eigentümer: Wilhelm Pohlig
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).

1858
Verkauf der Mühle an die Gebrüder Tillmanns
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).

1858
Biesenbacher Mühle – inzwischen nach dem letzten Besitzer „Pohligsmühle“ genannt – geht an die Industriellenfamilie Tillmanns über. Hier erfüllt sie ihre Funktion für eine Holz- und Eisengewindeproduktion.
(Först, Mühlen).

1858
Die berühmte Industriellenfamilie Tillmanns macht die im Besitz von Wilhelm Pohlig befindliche Mühle zum Ausgangspunkt ihres Unternehmens im Wiembachtal
(Müller, Upladhin – Opladen, S. 339).

1858
Die „Herren Gebrüder Tillmanns zu Biesenbach“ nehmen zunächst in der Pohligsmühle die Herstellung von Holz- und Eisengewindeschrauben auf
(Müller, Upladhin - Opladen, S. 402).

1858, November
Die Gebrüder Tillmanns beantragen bei Bürgermeister Rossi in Schlebusch die Genehmigung zur Errichtung eines neuen, großen Werkes, einer „Holzschraubenfabrik mit oberschlägigem Wasserrad“.
(Müller, Upladhin - Opladen, S. 402).

1859, März
Genehmigung zur Errichtung des neuen Werkes wird erteilt
(Müller, Upladhin - Opladen, S. 402).

ab 1859
Die Gebrüder Tillmanns erbauen flussabwärts am Wiembach eine Fabrik zur Herstellung von Holz- und Eisengewindeschrauben; ob die Mühle in diesem Zusammenhang zur Produktion von Eisen- und Holzgewindeschrauben herangezogen wurde, ist ungewiss.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).

1860
Aufnahme des Betriebs; bald entstanden in rascher Folge auf dem genannten Grundstück jene für die damalige Zeit ansehnlichen Fabrikgebäude, die in wesentlichen Teilen heute [1980] noch erhalten sind und ein beredtes Dokument des Industriebaues aus dem 19. Jahrhundert sind. Zu dem Anwesen gehörten außerdem ein 2 ha großer Stauweiher im Wiembachtal, umfangreiche Ländereien und zwei repräsentative Wohnhäuser, die noch im Zustand des Verfalls vom Selbstbewusstsein und Wohlstand dieser bedeutenden Unternehmerfamilie zeugen. In Erinnerung an ihre Heimat gaben die Gebrüder Tillmanns der Gesamtanlage den Namen Neucronenberg. Der Volksmund sprach meist einfach vom „Tillmanns Loch“.
(Müller, Upladhin - Opladen, S. 402).

um 1870
In Neucronenberg läuft die erste Dampfmaschine mit einer Leistung von 50 PS; ihr folgte bald eine im eigenen Betrieb gebaute Maschine von 80 PS.
(Müller, Upladhin - Opladen, S. 403).

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
Der bauliche Befund zeigt eine Umnutzung der Mühle mit Aufstellung eines Generators zur Stromerzeugung im Keller der bachseitigen Haushälfte und Einbeziehung der darüber liegenden Geschosse in die Wohnnutzung.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).

1881
Eröffnung der Eisenbahnstrecke Opladen – Wermelskirchen; die Firma Tillmanns macht sich die wichtige Verbesserung ihrer Verkehrslage zunutze, indem sie zwischen den Bahnhöfen Opladen und Bergisch Neukirchen einen Bahnanschluss anlegt
(Müller, Upladhin - Opladen, S. 403).

bis 1950er Jahre
Pumpwerk für die Lützenkirchener Wasserversorgung, vorher möglicherweise Mahlmühle. Der Höhenunterschied, den das Pumpwerk überwinden musste, betrug 60 Meter.
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 160).

1970er Jahre
Demontage des Mühlrades, Verfüllung der Radkammer und des Obergrabens
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).

1980
„Pumpwerk Biesenbach“, das Quettingen und Lützenkirchen mit Wasser versorgt; die alten Mühlengebäude und Wassergräben sind noch zu erkennen
(Müller, Upladhin – Opladen, S. 339).

1993, 17. August
denkmalpflegerische Beschreibung (Dr. Buschmann)
Das in einiger Entfernung vom Wiembach (ca. 30 m) stehende Mühlengebäude (Biesenbach 6, 8, 10) war über Ober- und Untergraben mit dem Wiembach verbunden. Der Abzweig des Obergrabens vom Wiembach (ca. 40 m östlich des Mühlengebäudes) ist mit einem noch erhaltenen Wehr versehen, das dem Wasser die notwendige Stauhöhe zur Speisung des Mühlengrabens gab. Das Wasser wurde hinter dem Wehr zunächst in einem genieteten Rohr (Durchmesser ca. 60 cm) geführt, das auf einer Länge von 10,0 m noch erhalten ist und dem Umbau der Mühle in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zuzurechnen ist. Das Rohr führte das Wasser in den erhaltenen Mühlengraben, der eine Breite von ca. 1,2 m hat und mit Betonwänden eingefasst ist. Die anschließende Radkammer ist (wie der Mühlenkanal) zugeworfen und zusätzlich zubetoniert. Der unter der Straße noch erhaltene Untergraben soll – nach Angabe der Bewohner – als gemauerter Kanal noch erhalten sein. Er wird im weiteren Verlauf gespeist aus dem straßenbegleitenden Siefen und tritt nach ca. 25,0 m Entfernung vom Mühlengebäude mit einem Tonrohr wieder ans Tageslicht. Anschließend ist der Graben offen geführt und mündet flussabwärts in den Wiembach.
Das Mühlengebäude Biesenbach 6/8/10 ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau aus der Zeit um 1800 in Stockwerkszimmerung mit Satteldach. Inneres: Das Haus ist im Inneren durch eine Querwand unterteilt, die Wohn- und Mahlbereich voneinander trennte. Im bachseitigen Mahlbereich befinden sich in einem Keller aus Bruchsteinmauerwerk noch die Fundamentreste des Generators, der vom Wasserrad angetrieben wurde.
Zum Komplex der Biesenbacher Mühle gehört auf der anderen Seite des Mühlenkanals ein eingeschossiger Fachwerkbau mit annährend quadratischen Gefachen und gebäudehohen Windstreben (Biesenbach 4). Das Haus war ursprünglich Teil einer größeren Anlage und wurde nach Angabe der Bewohner in Verbindung mit der Ölproduktion genutzt.
Bedeutung:
Die Biesenbacher Mühle ist ein in der Anlageart mit dem noch anschaulichen System von Ober- und Untergraben, in der Ganzheitlichkeit einer Gebäudegruppe, die einen Mühlenhof formen und in der baulichen Überlieferung des Mühlengebäudes ein gutes Beispiel für die einst ausgeprägte Kultur des Mühlenwesens in der Region. Mühlrad und Mühlwerk sind zwar nicht erhalten, doch ist das System der Wasserkraftnutzung noch gut nachvollziehbar. Die Achse des Wasserrades dürfte in seiner Lage noch im Mauerwerk (unter dem heutigen Verputz) nachweisbar sein und der Umbau des Mahlbereiches mit Umwidmung der Energieverwertung zur Stromerzeugung charakterisiert einen Grundzug in der späteren Entwicklung des Mühlenwesens, als viele wassergetriebene Mühlen gegen die Einführung der Dampfkraft nicht mehr konkurrieren konnten. Die Spuren des Umbaus aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts stellen daher eine erhaltenswerte historische Schicht in der Stratigraphie des Denkmals dar.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Biesenbacher Mühle).

ohne Datierung
Mühlengebäude und Wassergräben haben sich noch lange erhalten, aber nach einem Skandal mit verrosteten Altölfässern wurde das Gelände gründlich umgekrempelt.
(Först, Mühlen).

Zustand

1998
Nur noch das/die Gebäude ist/sind vorhanden
(Nicke, Bergische Mühlen, S. 133, 160).