Antriebstyp

Name

Pletschmühle

Quellen

Abbildungen:
1 Foto (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Pulheim).
6 Fotos (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Pletschmühle Pulheim).
3 Karten (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Pletschmühle Pulheim).

Quellen:
Kataster der Wasser-Mühlen des Landkreises Cöln, Aufgenommen im Jahre 1837. (Kopie, Exemplar im Kreisarchiv des Rhein-Erft-Kreises Bergheim).

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Pletschmühle Pulheim.

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Pulheim, Pulheim, Sinnersdorf, Sinthern

Literatur:
Sommer, Susanne:
Mühlen am Niederrhein. Die Wind- und Wassermühlen des linken Niederrheins im Zeitalter der Industrialisierung (1814-1914).
(= Werken und Wohnen. Volkskundliche Untersuchungen im Rheinland, Bd. 19).
Köln / Bonn 1991.

Vogt, Hans:
Niederrheinischer Wassermühlenführer.
(Hrsg.: Verein Niederrhein e.V.)
Kleve, 2. Aufl. 1999.

Antriebstyp
Standort

Pletschmühlenweg/
Industriestraße

Pulheim
Deutschland

Name

Pletschmühle

Eigentümeraddresse

Deutschland

Geschichte

um 1500
(Abtei) Brauweiler lässt eine Regulierung durchführen, um das Bachwasser in einer Reihe von Fischteichen anzusammeln; die Pletschmühle dürfte zu Brauweiler gehört haben; später ist sie Eigentum der Kölner Karthäusermönche.
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 189).

um 1500
Die Pletschmühle dürfte zur Abtei Brauweiler gehört haben. Die Abtei war zu dieser Zeit mit der Regulierung des Pulheimer Baches und der Anlage einer Reihe von Fischteichen beschäftigt. Später gehörte die Pletschmühle zum Kölner Karthäuserkloster.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Pletschmühle Pulheim).

19. Jahrhundert (nach der Säkularisation)
Pletschmühle gehört zum nahegelegenen Rittergut Haus Orr; Pletschmühle hatte das Staurecht bis zur Pulheimer Mühle. Die Dorfbewohner wird das Zurückhalten des Wassers kaum begeistert haben.
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 189).

19. Jahrhundert (nach der Säkularisation)
Die Pletschmühle wechselt zum Rittergut Haus Orr
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Pletschmühle Pulheim).

1807/1808
Eintrag „Pletsch Mühle“ in der Tranchot-Karte
(Sommer, S. 294).

1830
Erwähnung Pulheims mit Alterhof und Pletschmühle
(Sommer, S. 294).

1837
Name des Müllers: Johann Giesenkirchen, darunter Zusatz: Carl Jac. Koch
(Kataster der Wasser-Mühlen des Landkreises Cöln, Aufgenommen im Jahre 1837, fol. 18 Rückseite).

1837
Gewerbesteuersatz: 6 Rß, aus Billigkeitsgründen ermäßigt auf 4 Rß
(Kataster der Wasser-Mühlen des Landkreises Cöln, Aufgenommen im Jahre 1837, fol. 19 Vorderseite).

1837
Erwähnung als Pletschmühle; Besitzer: Johann Giesenkrichen, vormals Carl Jacob Coch
(Sommer, S. 294).

frühes 19. Jahrhundert
Die Pletschmühle ist wegen geringer Wasserzuflüsse nur einige Stunden täglich in Betrieb
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Pletschmühle Pulheim).

1843
Erwähnung als „Plätschmühle“; 7 Einwohner

1851
Erwähnung der Pletschmühle oder Plätschmühle
(Sommer, S. 294).

Ende 19. Jahrhundert
Pletschmühle kann nur noch wenige Stunden arbeiten (nachts); Grund: Bach erhielt nur noch geringen Wassernachschub; nach Beginn des Braunkohlenabbaus war sogar der Einsatz einer Dampflokomobile und später eines Elektromotors notwendig.
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 189).

ohne Datierung
Eine Dampflokomobile und später ein Elektromotor sorgten zusätzlich für die notwendige Antriebsenergie.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Pletschmühle Pulheim).

1914
Pletschmühle, Wassermühlensignatur in der topografischen Karte eingetragen
(Sommer, S. 294).

1929, 12. Februar
Bekanntmachung gemäß § 188 des Wassergesetzes vom 7. April 1913
Die Witwe Werner Pagenstecher beantragt die Eintragung in das Wasserbuch, daß sie auf Grund alten Rechtes berechtigt sei, den Pletschbach (Pulheimer Bach) durch ein auf der Parzelle 412/71 Flur C, Gemarkung Pulheim, befindliches Stauschütz bis auf 100,66 anzustauen, das Wasser in zwei Stauteichen anzusammeln und zum Betriebe der auf der vorbezeichneten Parzelle befindlichen Mahlmühle zu gebrauchen.
Widersprüche dagegen sind bis einschließlich Samstag, den 9. März 1929, bei der unterzeichneten Wasserbuchbehörde schriftlich in zweifacher Ausfertigung anzubringen.
Nach Fristablauf wird Eintragung des Rechtes mit der Wirkung erfolgen, daß sie gegenüber denjenigen, die innerhalb der Frist keinen Widerspruch erhoben haben, bis zum Beweise des Gegenteils als richtig gilt, soweit sie nicht mit dem Grundbuch im Widerspruche steht.
Köln, den 7. Februar 1929
Bezirksausschuß (Wasserbuchbehörde).
B. A. 3 Nr. 957/28.
(Kölner Lokal-Anzeiger v. 12.02.1929).

um 1930
Stilllegung
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 189).

1930
Stilllegung
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Pletschmühle Pulheim).

1988
denkmalpflegerische Aufnahme
2-geschossiges, traufenständiges Mühlengebäude aus Backstein, zur Hofseite weiß geschlämmt mit stichbogigen Fensteröffnungen, im Dach Ladehäuschen; hofseitig dem Mühlengebäude gegenüberliegend 3 kleine 1-geschossige Wirtschaftsgebäude; an das Mühlengebäude anschließend Wirtschaftsgebäude mit Fachwerkwand; nordöstlich vorgelagert Reitstall des 20. Jahrhunderts; auf die ehemalige Mühlenfunktion deutet nichts mehr hin.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Pulheim).

2005, 27. Januar
denkmalpflegerische Beschreibung (Dr. Buschmann)
Das ehemalige Mühlengebäude der Pletschmühle ist ein zweigeschossiger Backsteinbau mit Satteldach des 18. Jahrhunderts. Die Trauffassade des Kernbaus ist zur Hofseite vierachsig ausgebildet mit stichbogigen Fensteröffnungen. Zu den meisten Fenstern gehören Klobensteine zur Aufhängung von Fensterläden. Die Zugänge erfolgen durch eine schmale stichbogige Türöffnung auf der linken und eine breitere, ursprünglich segmentbogig ausgebildete Öffnung auf der rechten Seite. Markant erhebt sich über dem Traufgesims eine Aufzugsluke mit weit überkragendem Satteldach zum Aufwinden der Kornsäcke. Die hofseitige Trauffassade, wie auch die Giebelseiten und der später entstandene, rechtwinklig angefügte Anbau sind weiß gestrichen. In beiden Giebelseiten des Kernbaus befinden sich unter den Ortgängen holländische Dreiecke gemauert.
Die westliche Traufseite ist backsteinsichtig und wird nur von einigen stichbogigen Fenstern ebenfalls mit Klobensteinen in unregelmäßiger Verteilung belichtet. An der nördlichen Gebäudeecke ist dem Kernbau ein Anbau von geringer Gebäudetiefe vorgelagert.
Fenster und Türen sowie der gesamte Innenausbau mit Decke und Innenwänden stammen aus jüngerer Zeit. Der liegende Dachstuhl mit naturgebogenen Stuhlsäulen dürfte noch aus der Entstehungszeit der Kernbaus im 18. Jahrhundert stammen.
Zum Antrieb der Mühle wurde der Pulheimer Bach knapp oberhalb des Mühlengebäudes in einen rechtwinklig des Mühlengebäude querenden Graben abgeleitet. Das Wasser dieses Grabens wird heute in das Versickerungsgebiet Große und Kleine Laache geleitet.
Das Mühlenwesen spielte an der Erft und seinen Nebenflüssen seit dem Mittelalter eine bedeutende Rolle. Seit dem 13. und 14. Jahrhundert standen die Mühlen ausschließlich im Eigentum der geistlichen und weltlichen Grundherren. Erst die Franzosenzeit beendete diese Eigentumsverhältnisse der Feudalzeit. Die vergleichsweise geringe Wasserkraft der Erft führte bei vielen Mühlen zur zusätzlichen Nutzung anderer Energiearten. Die Pletschmühle spiegelt in dieser Hinsicht in charakteristischer Weise den Werdegang der Mühlen im Erftgebiet. Bemerkenswert ist das vergleichsweise alte und stattliche Mühlengebäude mit der für die Mühlenarchitektur typischen Aufzugsgaube. Über Lage und Anordnung des vermutlich unterschlächtigen Wasserrades sind nur ungefähre Angaben vorhanden.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Pletschmühle Pulheim).

Zustand

1988
Auf die ehemalige Mühlenfunktion deutet nichts mehr hin.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Pulheim).

1999
1999 ist der Pletschmühlenhof ein Reiterhof.
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 189).