Antriebstyp

Name

Paffendorfer Mühle

Quellen

Abbildungen:
1 Foto (Vogt, Wassermühlenführer, S. 162).
3 Fotos (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Bergheim, Paffendorf).
2 Karten (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Wassermühlen, Akte Paffendorfer Mühle).
2 Fotos (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Wassermühlen, Akte Paffendorfer Mühle).
1 Skizze (Archiv des Erftverbands, Akte 411/0).

Quellen:
Archiv des Erftverbands, Akte 411/0: Mühlen Generalia 1867-1923.

Archiv des Erftverbands, Mühlen Wasserbuch (ohne Signatur – Altsignatur: II VB 71.551).

Mitteilungen Fr. Wolf †, Mühleneigentümerin

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Wassermühlen, Akte Paffendorfer Mühle.

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Wassermühlen Erftkreis Allgemein

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Bergheim, P-Q.

Literatur:
Heidenbluth, Daniel:
Mühlenforschung. Mühlen der Erhaltungskategorie A.
Köln 2000.
(Manuskript, Exemplar im Kreisarchiv des Rhein-Erft-Kreises, Bergheim).

Möltgen, Manfred:
Wassermühlen an der Erft.
Bergheim o. J. (2001).

Sander, Joseph:
Die Sozialstruktur der 10 Mühlen auf dem heutigen Gebiet der Kommune Bergheim im Jahre 1799.
in: Geschichte in Bergheim. Jahrbuch des Bergheimer Geschichtsvereins e.V., Bd. 10.
Bergheim 2001, S. 163-199.

Sommer, Susanne:
Mühlen am Niederrhein. Die Wind- und Wassermühlen des linken Niederrheins im Zeitalter der Industrialisierung (1814-1914).
(= Werken und Wohnen. Volkskundliche Untersuchungen im Rheinland, Bd. 19).
Köln / Bonn 1991.

Vogt, Hans:
Niederrheinischer Wassermühlenführer.
(Hrsg.: Verein Niederrhein e.V.)
Kleve, 2. Aufl. 1999.

Zimmermann, Josef:
Bodenkultur und Landschaft der Erftniederung.
(= Bonner Geographische Abhandlungen, Heft 3).
Bonn 1941.

Antriebstyp
Standort

Mühlenwehr 23
Bergheim
Deutschland

Name

Paffendorfer Mühle

Eigentümeraddresse

Deutschland

Geschichte

1339
Die Paffendorfer Stiftsmühle ist im Einkünfteverzeichnis des Damesntiftes Essen aufgeführt
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 163).

ohne Datierung
Für die Paffendorfer Stiftsmühle hatt man von der Erft einen Mühlengraben abgeleitet und am Rand der nassen Erftniederung entlang geführt. Dadurch lag die Mühle zwar in der Nähe der Siedlung und auf trockenem Boden, doch hatte man sie noch auf Pfählen gründen müssen, wie sich nach Bauschäden herausstellte
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 163).

15. Jahrhundert
In einem Weistum über die Einküfte des Paffendorfer Fronhofes wird unter anderem eine Mühle "zo Paffendorp" aufgeführt. In diesem Weistum heißt es auch, dass eine Mühle am "Haidwich - Heideweg", die sich nicht identifizieren lässt, "in de mulle zo Paffendorp geflossen" ist. Dies ist wohl nur als "vereinigt bzw. aufgegangen zu verstehen.
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 163).

1799
Einwohner: Müller Joseph Berens, dessen Ehefrau Gertrud Fromm, 3 Kinder des Ehepaares, 3 Knechte
(Sander, Sozialstruktur, S. 184, 185).

1803, November
Die Paffendorfer Mühle wird zum Verkauf angeboten
Offerte: Lfd. Nr. 14517; Ort: Paffendorf; Datum: 22.11.1803 (07.12.1803); Objekt: 1 Mühle, 1 Haus, 1 Waschhaus, 1 Speicher, 1 Scheune, 6 Ställe, 0.10 Garten, 2.00 Land (3); Erl.: „sur al rivière d’Erff“; Prov.: Reichsstift St. Maria, Essen; Pächter: Beretz, Josef; Pacht: 250; Käufer: Beretz, Josef, Paffendorf; Schätzpreis: 2640; Kaufpreis: 9775; Vermittler: Peuschgens, Paul Josef, Aachen; Besonderheit: wiederangeboten am 25.01.1808.
(Sander, Sozialstruktur, S. 185, 186).

1807/1808
Wassermühlensignatur in der Tranchot-Karte
(Sommer, S. 291).

1808, Januar
Obwohl die Mühe Ende 1803 zum Verkauf offeriert und angeblich auch an Josef Beretz verkauf wurde, stand sie 1808 noch einmal zum Verkauf an
Offerte: Lfd. Nr. 14520; Ort: Paffendorf; Datum: 25.01.1808 (10.02.1808); Objekt: 1 Mühle, 1 Hof, 1 Scheune, 0.12 Garten (1), 2,21 Acker (3); Erl.: Mehlmühle, „am Fluss Erft gelegen“; Prov.: Reichsstift St. Maria, Essen; Pächter: Perrez (s. o. 1799 Berens, 1803 Beretz); Pacht: 246; Käufer: Peters, P. Theodor, Kaster; Schätzpreis: 3344; Kaufpreis: 7600; Besonderheit: Tilgungskasse; Wiederangebot vom 22.11.1803
(Sander, Sozialstruktur, S. 186).

1813
Erwähnung der Paffendorfer Mühle, Besitzer Abraham Desche, Schleifmeister, und Carlus Berger, Eisenfabrikmeister
(Sommer, S. 291).

1819/1820
Peter Peters, Müller auf der Paffendorfer Mühle
(Sommer, S. 291).

1833
Die Paffendorfer Mühle, "wozu noch eine Ölmühle kommen wird, in einer mit Mahlgästen reichen Gegend, mit Wohnhaus, Scheune Stallungen, Gärten, Ländereien, Wiesen und Holzungen" wird zur Verpachtung ausgeschrieben; Bedingungen sind bei Herrn Müller, Spiegelfabrikant in Köln, und beim Notar Frenz in Bergheim zu erfahren
(Sommer, S. 291).

1835
Bau der heutigen Mühlengebäude
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 163).

1836
Papiermühle in Paffendorf, Besitzer G. Deplat aus Niederembt
(Sommer, S. 291).

ab 1836
Papiermühle
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 163).

ohne Datierung
Papiermühle
(Möltgen, S. 6).

1861
Papiermühle von Deplat in Paffendorf, 3 Arbeiter
(Sommer, s. 291).

1867
Papiermühle von Deplat
(Sommer, S. 291).

1870
Freiarche der Paffendorfer Mühle überschreitet die alte Stauhöchstmarke, dadurch Zievericher Mühle nachteilig betroffen
(Möltgen, S. 23, 24).

1880
Inhaber der Papiermühle – Deplat aus Niederembt – lässt seine Initialen „G.D.“ am Torbogen anbringen, der die Gebäude aus dem Jahre 1835 und die jüngeren Anbauten abschloss.
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 163).

um 1880
Paffendorfer Mühle wieder als Mahlmühle in Betrieb
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 163).

1892
Pächter Kordes übernimmt die Paffendorfer Mühle; er beginnt mit einer generellen Überholung der gesamten Anlage, musste aber unter Androhung von Strafe die Bauarbeiten sofort einstellen, weil die Mühlenkonzession wegen „dreijähriger BetriebsStilllegung erloschen“ war. Kordes gab auf, und der Müller Adam Wolf führt die Mühle schließlich weiter.
(Möltgen, S. 24).

1901
Paffendorfer Mühle
Ordin. 61,40: Werkschütz (Fachbaum)
Ordin. 61,59: Freiwasserschütz (Fachbaum)
Ordin. 64,08: Radachse
Ordin. 63,476: Flügel, gegenüber der Radachse = F.P. (Festpunkt ?)
(Archiv des Erftverbands, Akte 411/0).

1902
Paffendorfer Mühle, Besitzer Wolf
(Sommer, S. 291).

1914
Wassermühlensignatur in topografischer Karte
(Sommer, S. 291).

ca. 1950
Paffendorfer Mühle noch in Betrieb
(Sommer, S. 291).

vor 1951
Entfernung des Wasserrades
(frdl. Mitteilung Fr. Wolf † vom 15.02.2006)

um 1954
Stilllegung
(Erftverband: Angaben zur Nutzung von Homepage des Erftkreis-Mühlenkreis e. V. in: Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Wassermühlen Erftkreis Allgemein).

1980
Stilllegung
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 163).

1987
denkmalpflegerische Aufnahme
„1835; 1880;
4-flügeliges Anwesen aus Backstein, unmittelbar an der Erft gelegen, Wohnhaus mit der Giebelseite die Straße Mühlenend abschließend; dieses 2-geschossig mit stichbogigen Fensteröffnungen, Masarddach, am Giebel Datierung in Ankerzahlen, Fenster hier hochrechteckig mit Werksteinsohlbänken; als rückwärtige Verlängerung des mansarddachgedeckten Wohnhauses ein Wohntrakt mit Satteldach, um 1880, mit stichbogigen Fenstern; neben dem Giebel von 1835 stichbogige Durchfahrt, 1880 inschriftlich datiert, von Treppengiebel überfangen; Backsteinwirtschaftsgebäude schließen sich an, Mühlentrakt am Ende des Wohnhauses erhalten; nach Angaben der Besitzerin ist das Wohnhaus nicht unterkellert, sondern ruht auf Holzpfeilern“.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Bergheim, Paffendorf).

1988, 14. November
Eintragung als Baudenkmal
Eintragungstext:
„Die Mühlenanlage, bestehend aus einem gegen 1835 errichteten zur Straße giebelständigen zweigeschossigen Backsteinwohnhaus mit seitlicher Toreinfahrt und rückwärtigem, gegen Ende des 19. Jahrhunderts neu errichteten Mühlentrakt, mit Teilen der technischen Ausstattung ist Zeugnis der Geschichte Paffensdorfs. Aufgrund des Mühlenzwanges wurde die Bevölkerung des Ortes Paffendorf in der Feudalzeit durch die damaligen Schlossherren gezwungen, ihr Korn in dieser Mühle mahlen zu lassen. Diese Mühle ist mit einer Anzahl weiterer Mühlen fester Bestandteil der Erftlandschaft und gibt Zeugnis ab für die damaligen Lebensverhältnisse und Einkünfte des Landesherren. Zur Erftseite ist ein Teil des ehemaligen Wasserrades mit der hölzernen Walze sichtbar geblieben. die Mühle ist bedeutend für Paffendorf und das Erftgebiet. Ihre Erhaltung liegt aus ortsgeschichtlichen, mühlenkundlichen und technikgeschichtlichen Gründen im öffentlichen Interesse.“
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Wassermühlen, Akte Paffendorfer Mühle).

Zustand

1999
Die Mahleinrichtung ist noch vorhanden, nicht aber das Wasserrad. Das war schon vor mehr als 50 Jahren beseitigt worden, als die Elektrizität Einzug gehalten hatte
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 163).

2002
private Nutzung
(Erftverband: Angaben zur Nutzung von Homepage des Erftkreis-Mühlenkreis e. V. in: Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Wassermühlen Erftkreis Allgemein).