Antriebstyp

Name

Horremer Mühle

Quellen

Abbildungen:
1 Foto (Vogt, Wassermühlenführer, S. 156).
12 Fotos (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Kerpen, Horrem).
1 Karte (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Horremer Mühle).
6 Fotos (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Horremer Mühle).
1 Skizze (Archiv des Erftverbands, Akte 411/0).

Quellen:
Archiv des Erftverbandes, Akte 411/0: Mühlen Generalia 1867-1923.

Archiv des Erftverbandes, Mühlen Wasserbuch (ohne Signatur - Altsignatur II VB 71.551).

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte "Wassermühlen Erftkreis Allgemein".

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte "Horremer Mühle".

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Kerpen, H-M.

Literatur:
Heidenbluth, Daniel:
Mühlenforschung. Mühlen der Erhaltungskategorie A.
Köln 2000.
(Manuskript, Exemplar im Archiv des Rhein-Erft-Kreises, Bergheim).

Möltgen, Manfred:
Wassermühlen an der Erft.
Bergheim o. J. (2001).

Sommer, Susanne:
Mühlen am Niederrhein. Die Wind- und Wassermühlen des linken Niederrheins im Zeitalter der Industrialisierung (1814-1914).
(= Werken und Wohnen. Volkskundliche Untersuchungen im Rheinland, Bd. 19).
Köln / Bonn 1991.

Vogt, Hans:
Niederrheinischer Wassermühlenführer.
(Hrsg.: Verein Niederrhein e.V.).
Kleve, 2. Aufl. 1999.

Zimmermann, Josef:
Bodenkultur und Landschaft der Erftniederung.
(= Bonner Geographische Abhandlungen, Heft 3).
Bonn 1941.

Antriebstyp
Standort

Rathausstraße 53
Kerpen-Horrem
Deutschland

Name

Horremer Mühle

Eigentümeraddresse

Deutschland

Geschichte

1366
Zerstörung der alten Burg Hemmersbach, danach Verlegung an einen neuen Platz; evtl. auch Entstehungszeit der Burgmühle
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 154).

1420
Erste Erwähnung der Mühle im Hemmersbacher Rentbuch. Danach hatte „Jan Baden Peter Baden Sohn“ damals 90 Malter Roggen und aus der Ölmühle 6 Pfund Wachs an Jahrespacht zu leisten. Die Mühle gehörte ununterbrochen den Herren von Hemmersbach.
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 155).

1751
Der Besitz, und damit auch die Mühle, wird den Grafen Berghe von Trips zugesprochen
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 155).

1807/1807
Die Horremer Mühle ist als "moulin de Bran" in der Tranchot-Karte eingetragen
(Sommer, S. 297).

1837
Horm, Hormer Mühle, Besitzer G. von Trips, Pächter Konrad Klettenberg
(Sommer, S. 297).

1843
Hormer Mühle, 14 Einwohner
(Sommer, S. 297).

1851
Horremer Mühle, Mühle
(Sommer, S. 297).

2. Hälfte 19. Jahrhundert
Die Gebäude der Horremer Mühle sind als geschlossene, vierseitige Hofanlage fränkischer Bauart errichtet und werden in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts größtenteils erneuert.
(Heidenbluth, Mühlenforschung, Mühlen der Erhaltungskategorie A, Horremer Mühle).

1890
Baujahr des jetzigen Gebäudes; den Eingang des Mühlenhauses ziert immer noch das Tripps’sche Wappen
(Vogt Wassermühlenführer, S. 155).

1890
Erneuerung des Mühlengebäudes
(Heidenbluth, Mühlenforschung, Mühlen der Erhaltungskategorie A, Horremer Mühle).

1901
Horremer Mühle
Ordin. 74,05: Radachse
Ordin. 72,70: Werkschütz (Fachbaum)
Ordin. 72,67: Freiwasserschütz (Fachbaum)
Ordin. 73,712: Flügel rechts
(Archiv des Erftverbands, Akte 411/0).

1903
Pächter G. Jungen
(Sommer, S. 297).

1914
Wassermühlensignatur in der Topographischen Karte
(Sommer, S. 297).

1917
Vermerk in den Akten des Erftverbandes, wonach der Pächter nur noch für den Eigenbedarf mahlte; daran hat sich bis 1999 nichts geändert
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 155).

1941
Die Horremer Mühle gehört zu Schloss Hemmersbach
(Zimmermann, Bodenkultur, S. 147).

ohne Datierung
Verkauf der Mühle an die Pächterfamilie, die die Mühle rund 400 Jahre bewirtschaftet hatte
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 155).

um 1950
Die Horremer Mühle ist noch in Betrieb
(Sommer, S. 297).

20. Jahrhundert
In der Horremer Mühle ist die ganze Bandbreite der Entwicklung der Getreidemüllerei des 20. Jahrhunderts in unveränderter Form erkennbar. Die letzte Mühlenbaufirma, die Firma Rockstroh aus Nörvenich, hat hier fast bis zur offiziellen Stilllegung der Mühle ihre saubere Handschrift hinterlassen. Sie war bis in die 1960er Jahre hinein im Kreisgebiet tätig.
(Heidenbluth, Mühlenforschung, Mühlen der Erhaltungskategorie A, Horremer Mühle).

seit 1970
kommerzielle Nutzung
(Erftverband: Angaben zur Nutzung von Homepage des Erftkreis-Mühlenkreis e. V. in: Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Wassermühlen Erftkreis Allgemein).

1987
denkmalpflegerische Aufnahme
Die Hofanlage stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert, durch einen Wappenstein 1890 datiert;
Wohnhaus mit anschließendem Wirtschafts- und Mühlengebäuden, an der kleinen Erft gelegenen Mühlenteich, Ober- und Untergraben, Wehr; Wohnhaus ein langgestreckter, wahrscheinlich um 1830 überformter Bau; an der zur kleinen Erft gewandten Giebelseite des Wohnhauses schließt giebelständig ein langgestrecktes Backsteinwirtschaftsgebäude an, rechtwinklig dazu Fachwerkwirtschaftsgebäude, Anfang 19. Jahrhundert, mit ausgeziegelten Gefachen. Rechts, durch eine Lisene abgegrenzt, schließt sich an das Wohnhaus der 2-geschossige Backsteinmühlenteil mit Ladeluke im Obergeschoss sowie darüber befindlichem Zwerchhaus mit weiterer Luke an.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Kerpen, Horrem).

bis 1990er Jahre
Die Horremer Mühle ist für den eigenen Bedarf an Getreideprodukten zeitweise bis in die 1990er Jahre in Betrieb.
(Heidenbluth, Mühlenforschung, Mühlen der Erhaltungskategorie A, Horremer Mühle).

Zustand

1999
Mühlrad und Mahleinrichtung sind noch vorhanden. Vom eisernen Wasserrad weiß man die genauen Daten: 5,60 m hoch und 0,80 m breit; es hat 48 Schaufeln.
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 155).

2000, April
Wehranlage und Wasserrad befinden sich in einem verhältnismäßig intakten Zustand. Die Eigentümerfamilie betreibt nach wie vor Landwirtschaft und vermietet Teile der Räumlichkeiten an Pferdeliebhaber. Außerdem wird ein Hofladen mit frischen Produkten aus der Region betrieben.
(Heidenbluth, Mühlenforschung, Mühlen der Erhaltungskategorie A, Horremer Mühle).

2001
Horremer Mühle ist noch voll funktionstüchtig und wird zur Demonstration des alten Gewerbes ab und zu wieder in Betrieb gesetzt.
(Möltgen, S. 32).

2002
private Nutzung
(Erftverband: Angaben zur Nutzung von Homepage des Erftkreis-Mühlenkreis e. V. in: Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Wassermühlen Erftkreis Allgemein).

2004, November
denkmalpflegerische Beschreibung (Dr. Buschmann)
Vierseit-Hofanlage mit Fachwerkmühlenhaus und Backsteinnebengebäuden.
Das Mühlengebäude ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach. Zur Straßenseite hin wurde im 19. Jahrhundert eine Backsteinfassade vorgeblendet. Es handelt sich um einen lang gestreckten Gebäudekörper mit fünfachsigem Wohnhaus und dreiachsigem Mühlengebäude. Die um den Hof herum liegenden Nebengebäude in Backstein sind eingeschossig und mit Satteldächern versehen. Das Mühlengebäude hat zur Flussseite ebenfalls einen Backsteingiebel mit Krüppelwalm.
Das Wasserrad hat einen Durchmesser von ca. 6 Metern bis zum Rahmen einer Backsteinmauer, die sich flussaufwärts fortsetzt. In diese Mauer eingelassen ist das Erftwehr mit zwei Schütztafeln aus Stahlblech, die mit Gewindestangen und horizontalen Handrädern bedient werden. Direkt vor dem Wasserrad befindet sich ein zweites Wehr, das die Wasserzufuhr zum Rad regelt.
Inneres der Mühle:
Auf einem schmalen Mauerwerksblock lagert die Wasserradachse aus Stahl, die ein Winkelgetriebe mit einem vertikalen Rad in Gusseisen und Holzzähnen antreibt. Das horizontale Rad besteht vollständig aus Gusseisen. Der Mahlboden ist über eine kurze Treppe erreichbar. Der Mahlgang mit Holzumkleidung und Fülltrichter ist vollständig erhalten. Eine zentrale Elevatorengruppe mit Reinigungsgeräten im Dachgeschoss. Zu den Reinigungsgeräten gehört eine zylinderförmige Holztrommel mit zentraler Schnecke im Inneren. Hier befinden sich auch zwei Geräte mit innen angeordneten Leinenschläuchen. Auf dem Mahlboden steht eine Walzenmühle der Firma Albert Hädenmüller, Itzehoe Mühlenbauanstalt und Mühlensteinfabrik von 1949.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Horremer Mühle).