Antriebstyp

Name

Gymnicher Mühle

Quellen

Abbildungen:
1 Foto (Weber, Erftstadt-Gymnich, S. 106)
10 Fotos (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Erftstadt, Gymnich).
1 Foto (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Fotoarchiv).
4 Karten (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).
17 Fotos (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).
8 Pläne (Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).
1 Foto (Sommer, S. 329)

Quellen:
Archiv des Erftverbands, Akte 411/0: Mühlen Generalia 1967-1923.

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle.

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Wassermühlen Erftkreis Allgemein.

Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv 7; Erftstadt, F-J.

werbepost v. 12.10.2005.

Literatur:
Heidenbluth, Daniel:
Mühlen auf dem Gebiet Erftstadts.
(Unveröffentlichtes Manuskript mit Kommentierungen von Frau Stommel, Erftstadt; Exemplar im Archiv des Rhein-Erft-Kreises, Bergheim).
o. O., o. J.

Heidenbluth, Daniel:
Mühlenforschung. Mühlen der Erhaltungskategorie B.
Köln 2000.
(Manuskript, Exemplar im Archiv des Rhein-Erft-Kreises, Bergheim).

Sommer, Susanne:
Mühlen am Niederrhein. Die Wind- und Wassermühlen des linken Niederrheins im Zeitalter der Industrialisierung (1814-1914).
(= Werken und Wohnen. Volkskundliche Untersuchungen im Rheinland, Bd. 19).
Köln / Bonn 1991.

Vogt, Hans:
Niederrheinischer Wassermühlenführer.
(Hrsg.: Verein Niederrhein e.V.).
Kleve, 2. Aufl. 1999.

Weber, Matthias:
Erftstadt-Gymnich. Heimatbuch.
Köln, 1. Aufl. 1984.

Zimmermann, Josef:
Bodenkultur und Landschaft der Erftniederung.
(= Bonner Geographische Abhandlungen, Heft 3).
Bonn 1941.

Antriebstyp
Standort

Deutschland

Gewässer
Name

Gymnicher Mühle

Eigentümeraddresse

Deutschland

Gymnicher Mühle

Geschichte

1315, 26. Mai
Urkunde über den Kauf von 10 Joch freiem Allodialland in der Umgebung des Dorfes Gymnich an Hermann genannt von der Hoven (Vunrehoven). Demnach wurden diese verkauft von dem verstorbenen Rudolf genannt von Molinendo und dessen Erben. 1 ½ Morgen davon lagen zur Mühle hin bei den Wiesen des Hermann genannt Kreitz.
(Heidenbluth, Mühlen auf dem Gebiet Erftstadts, Gymnicher Mühle).

1315
Erste urkundliche Erwähnung
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

1330, 29. November
Urkunde über den Verkauf von Grundstücken des Tilmann genannt Eylstere und seiner Ehefrau Bela an Dekan und Kapitel von St. Aposteln in Köln, darunter 1 Morgen Wiese bei der Mühle in Gymnich bei dem Besitz des Eckbert genannt Scharpmann.
(Heidenbluth, Mühlen auf dem Gebiet Erftstadts, Gymnicher Mühle).

seit 1360
Die Gymnicher Mühle wird durch die Abtei Siegburg an die Familie von Gymnich als Lehen vergeben.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

1387
Belehnung des Heinrich II. von und zu Gymnich „mit der Vogtei zu Gymnich, mit der Mühle und dem Gut Neuerburg“ durch den Abt zu Siegburg
(Weber, Erftstadt-Gymnich, S. 274).

1419
Der Kölner Erzbischof Dietrich II. von Moers belehnt Johann II. zu Gymnich und Vischel unter anderem mit dem Fischereirecht in der Erft „von dem Dorf Brüggen an bis gegen die Mühle zu Gimmenich“ und mit dem Mühlenrecht in der Mühle
(Weber, Erftstadt-Gymnich, S. 274).

1422
Belehnung des Johann II. zu Gymnich und Vischel mit der Vogtei zu Gymnich und der dazu gehörenden Mühle und dem „Gut zur Neuerburg“ durch den Abt zu Siegburg
(Weber, Erftstadt-Gymnich, S. 274).

1563
Die Anlage wird mit Pfahlgründung erneuert.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

seit 1587
Urkundliche Erwähnung auch einer Ölmühle
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

ab 1587
In den Urkunden für Gymnich erscheint auch eine Ölmühle; unklar ist, ob es sich um ein eigenes Ölmühlengebäude an heute unbekannter Stelle oder es sich bei der „neu erbauten Mühle, deren Pfähle in der Erft stehen“ (siehe 1563, 12. November) um eine Doppelmühlenanlage mit einem Wasserrad für Korn- und einem Wasserrad für Ölmühle handelte. Erst für das Jahr 1837 existiert ein schriftlicher Beleg für eine derartige Anlage auf der Gymnicher Mühle (Sommer, 5106-10), die allerdings wesentlich älter sein könnte.
(Heidenbluth, Mühlen auf dem Gebiet Erftstadts, Gymnicher Mühle).

1610
Unterpfand des Adolf von Gymnich für 300 Goldgulden in Form von Einkünften an Früchten aus der Mühle anlässlich der Eheschließung seines Sohnes Werner von Gymnich mit Margarethe Rolman von Dadenberg.
(Heidenbluth, Mühlen auf dem Gebiet Erftstadts, Gymnicher Mühle).

1627, 30. September
Ein Vertrag regelt Rechte und Pflichten:
Die Pächter erhalten 3 Wagen Holz aus der Ville, das sie auf ihre Kosten holen müssen. Sie sind verpflichtet, die Gebäude in Ordnung zu halten und notwendige Reparaturen vornehmen zu lassen. Der Pächter ist für den Wasserlauf zuständig, den er in Ordnung halten muss. Ein Recht, hier zu fischen, hat er jedoch nicht. Der Pächter soll ein gutes Mühlenpferd unterhalten, um Früchte zu holen und das Mehl zu fahren. Er soll nicht mehr als 6 Melkkühe und 2 Rinder, nicht mehr als 6 Faselschweine und 6 – 7 Schweine haben.
Wenn die Mühle abbrennt, muss der Müller sie auf seine Kosten wieder aufbauen. Als Sicherheit setzen die Pächter ihren Besitz. Der Müller und der Mahlknecht müssen den üblichen Müllereid leisten.
Der Müller ist verpflichtet, jederzeit für das Haus Gymnich molterfrei zu mahlen.
Der Verpächter liefert Schauff und Holz, die Pächter bezahlen und beköstigen die Handwerker. Ferner ist der Verpächter ist für den Mühlstein zuständig.
Der Vertrag ist aufgezeichnet von Gerhard Dranz, Gerichtsschreiber.
(Heidenbluth, Mühlen auf dem Gebiet Erftstadts, Gymnicher Mühle).

spätestens seit 17. Jahrhundert
Gymnicher Mühle ist auch ein landwirtschaftlicher Betrieb
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

1627
Landwirtschaftlicher Betrieb auf der Gymnicher Mühle hält acht Rinder (davon sechs Melkkühe) und 12 Schweine
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

nach Säkularisation
Mühle und Hof bleiben im Besitz der Herren auf Schloss Gymnich. Mühle und Hof waren an einen Pächter vergeben.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

1807/1808
Eintragung auf Tranchot-Karte (80 Kerpen): Gimnicher Mühl
(Heidenbluth, Mühlen auf dem Gebiet Erftstadts, Gymnicher Mühle).
(Sommer , S. 329).

1837
Besitzer: Graf von Metternich; Pächter: Johann Baggeler, Müller
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

1837
Die Gymnicher Mühle wird als Mühle Gymnich erwähnt. Besitzer ist Graf von Metternich, Pächter ist Johann Baggeler. Die Mühle weist 2 Mahlgänge, 1 Ölgang und 2 unterschlächtige Wasserräder auf.
(Sommer, S. 329).

1843
Die Gymnicher Mühle wird als Mahlmühle erwähnt. 7 Einwohner leben hier.
(Sommer, S. 329).

1851
Erwähnung der Gymnicher Mühle
(Heidenbluth, Mühlen auf dem Gebiet Erftstadts, Gymnicher Mühle).

1851
Gymnicher Mühle, Mühle
(Sommer, S. 329).

1866
Abschluss der Hauptmelioration: Mühlenpegel neu festgelegt, durften nicht überstaut werden; Stauinhalt der Gymnicher Mühle reichte sogar bei vollem Betrieb der Mühle zur Bewässerung aus
(Zimmermann, Bodenkultur, S. 146).

1875
Die Gymnicher Mühle wird als Mahlmühle Gymnich erwähnt. Besitzer ist Graf Wolff-Metternich. 2 Arbeiter sind in der Mühle beschäftigt.
(Sommer, S. 329).

1901
Mahlmühle; Eigentümer: Graf Metternich zu Gymnich
Ordin. 83,01: Freiwasserschütz (Fachbaum)
Ordin. 83,19: Werkschütz (Fachbaum)
Ordin. 84,84: Radachse = F.P. [Anmerkung: Kürzel F.P. ist nicht aufgelöst aufgeführt, evtl. Festpunkt].
(Archiv des Erftverbands, Akte 411/0).

1914
Die Gymnicher Mühle ist als "Gymnicher Mühle" als Wassermühelnsignatur in der Topografischen Karte eingezeichnet.
(Sommer, S. 329).

1932
Erftregulierungsmaßnahmen an der Alten Erft unterhalb der Gymnicher Mühle „im Wege des Freiwilligen Arbeitsdienstes“
(Weber, Erftstadt-Gymnich, S. 138).

1941
Gymnicher Mühle gehört zu Schloss Gymnich
(Zimmermann, Bodenkultur, S. 147).

nach 1945
Gymnicher Mühle wird nur noch für den Eigenbedarf zum Mahlen von Futtergetreide verwendet
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

nach 2. Weltkrieg
Stilllegung, da aufgrund industrieller Mehlherstellung unrentabel
(Weber, Erftstadt-Gymnich, S. 106).

1954
Stilllegung
(Erftverband: Angaben zur Nutzung von Homepage des Erftkreis-Mühlenkreis e. V. in: Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Wassermühlen Erftkreis Allgemein).

1980
1. denkmalpflegerische Aufnahme
„18. Jahrhundert, Ende 19. Jahrhundert, teilweise Neubauten von 1926;
3-flügelige Backsteinanlage um Innenhof, Wohnhaus alleinstehend, giebelständig zum Mühlenbach, Untergeschoss 18. Jahrhundert, Backstein mit Sandsteingewänden, Stichbogen; Obergeschoss Fachwerk mit Kantenfasen, Backsteinausmauerung; kleines Drempelgeschoss mit profilierten Balkenköpfen, Satteldach; Eckverquaderung aus Buntsandstein zum Bach hin, Obergeschoss zum Teil mit Sandsteinquadern als Mühlradlagerung, Mühlrad aus Eisen, Endes 19. Jahrhundert, Rückseite des Wohnhauses mit 2 Eingängen, Türen mit Oberlicht, insgesamt 5-achsig; Wirtschaftsgebäude inschriftlich datiert 1909 und 1926, einfache Backsteinscheunen mit Satteldach“.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Erftstadt, Gymnich).

1985
2. denkmalpflegerische Aufnahme
„18. Jahrhundert und um 1900;
Wohnhaus der Mühle Erdgeschoss mit einer Reihe stichbogiger Öffnungen, traufseitig mit Sandsteingewände und Falz; 2 Eingänge, einer davon profiliert, der 2. mit einfachem Sandsteingewände, dazwischen Sandsteinplatte mit 2 Wappen, darüber gestuftes Traufgesims; Obergeschoss teilweise Backstein, teilweise Fachwerk mit ausgeziegelten Gefachen; eine Reihe geschweifter Balkenenden sind dekorativ als abschließendes Gesims eingesetzt, Fachwerk grün gestrichen; an der Rückseite des Wohnhauses giebelseitig Mühlrad erhalten, sowie Obergraben und Mühlenteich; zum Mühlengebäude gehören eine Reihe Wirtschaftsgebäude verschiedener Bauzeiten, eines davon, ein Lagergebäude, 1-geschossig, Backstein mit stichbogigen Öffnungen, liegt rechtwinklig zum Haupthaus.“
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Zentrales Denkmälerarchiv, 7: Erftstadt, Gymnich).

1987
Wegen Senkungsschäden muss die Pfahlgründung des Mühlenhauses durch Betonfundamente ersetzt werden; das ganze Erdgeschoss wird auf eine Betonplatte gesetzt
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

1988
Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

1995, 12. Oktober
Schreiben Rheinbraun: Messungen ergeben, dass für die nachträglich tiefgegründeten Aufbauten nach Abschluss der Baumaßnahmen ein gleichmäßiges Bewegungsverhalten vorliegt; auch der ehemalige Schweinestall und der Pferdestall zeigen in sich betrachtet ein relativ gleichmäßiges Bewegungsverhalten. Dagegen wurde für den westlichen Giebel der Scheune ein deutlich stärkeres Setzungsverhalten gegenüber der Scheune selbst ermittelt, das nach den Messergebnissen auch 1995 noch andauerte.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

ohne Datierung
Der umsichtige Eigentümer der Gymnicher Mühle leistete vor einigen Jahren [vor 2000] durch die dauerhafte Untermauerung und statische Befestigung des Mühlengutes einen wichtigen Beitrag für den Fortbestand des Ensembles. Das eiserne, unterschlächtige Wasserrad wurde ebenfalls wie das Mühlenhaupthaus vor einigen Jahren [vor 2000] restauriert.
(Heidenbluth, Mühlenforschung, Mühlen der Erhaltungskategorie B, Gymnicher Mühle).

2005, 10. Juni
Schreiben RWE Power: Wegen der markanten Risse im Pferdestall und der Remise wurde eine Standsicherheitsüberprüfung durchgeführt. Demnach sind die Standsicherheiten der betroffenen Gebäudeteile nicht gefährdet und können mauermäßig durch kraftschlüssiges Verschließen der Setzungsrisse in der Giebelwand des Pferdestalls und in den Wänden der Remise repariert werden.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).

2005
Der Mühlenverband Rhein-Erft-Rur übernimmt die Gymnicher Mühle
(werbepost v. 12.10.2005).

Zustand

1999
Wasserrad noch erhalten; Gymnicher Mühle liegt schon seit Jahrzehnten still
(Vogt, Wassermühlenführer, S. 155).

2000, April
Die Gymnicher Mühle liegt mitten in der weiten Erftniederung im Dreieck der Orte Gymnich, Türnich und Kerpen. Das gesamte Anwesen steht seit einigen Jahren leer und ist vom Verfall bedroht.
(Heidenbluth, Mühlenforschung, Mühlen der Erhaltungskategorie B, Gymnicher Mühle).

2002
keine Nutzung
(Erftverband: Angaben zur Nutzung von Homepage des Erftkreis-Mühlenkreis e. V. in: Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Wassermühlen Erftkreis Allgemein).

2004, 8. September
denkmalpflegerische Beschreibung (Dr. Buschmann)
„Das Mühlengebäude ist Teil einer dreiseitigen Hofanlage. Zwei im rechten Winkel zugeordnete Wirtschaftsflügel nehmen die West- und Nordseite des Hofraums ein. Das Mühlengebäude begrenzt den Hofraum auf der Ostseite.
Die Kleine Erft, die ursprünglich über das heute trockengefallene Flussbett direkt am Südgiebel des Mühlengebäudes vorbeifloss und das Wasserrad mit Antriebswasser versorgte, wird südlich in einiger Entfernung am Mühlenhof vorbeigeführt. Der alte Flussarm wirkte nach der Umleitung der Erft wie ein Mühlengraben.
Im Bereich der Hofanlage ist der Mühlengraben mit Flankenwänden aus Beton ausgebildet. Vor der südlichen Giebelwand der Mühlengebäudes befindet sich – etwa an der Stelle der alten Freiarche – das 1983 erneuerte Schütz in Stahlkonstruktion, über das überschüssiges Wasser in einen anschließenden Kolk abgeleitet werden konnte. Dieser Kolk, von dem das Wasser direkt in die Kleine Erft gelangt, befindet sich an der bereits 1855 dargestellten Stelle.
Von den wasserführenden Anlagen ist westlich des Mühlenhofes auch der Fülles-Graben mit Kolk im Gelände noch gut erkennbar.
An der vollständig aus Backstein bestehenden südlichen Giebelwand des Mühlengebäudes befindet sich das 1983 erneuerte unterschlächtige Wasserrad. In dieser Wand ist noch die vermauerte Öffnung für das zweite Wasserrad der Ölmühle erkennbar.
Das Mühlengebäude, ein langgestreckter, zweigeschossiger Rechteckbau mit Satteldach, dominiert den Mühlenhof. Das Erdgeschoss stammt vermutlich noch aus dem 18. Jahrhundert. Es ist in Backstein ausgeführt und weist teilweise profilierte Sandsteingewände für Fenster und Türen auf. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Obergeschoss in Fachwerkbauweise aufgesetzt. Die abgefasten Fachwerkbalken sind grün gestrichen; die zurückliegende Ausfachung erfolgte in hellen Ziegelsteinen. Über den leicht auskragenden Deckenbalken mit geschweiften Balkenköpfen erhebt sich ein Drempelgeschoß. Die Fenster sind mit Klappläden versehen. Im Inneren des Gebäudes sind die Holzbalkendecken teilweise als Kölner Decken ausgebildet. Im Dachboden befindet sich eine kleine, abgemauerte Räucherkammer.
An der vollständig aus Backstein bestehenden südlichen Giebelwand befindet sich das 1983 erneuerte unterschlächtige Wasserrad. Hier ist auch noch die vermauerte Öffnung für das zweite Wasserrad der Ölmühle erkennbar.
Die Hofgebäude aus dem 19. Jahrhundert und aus der Zeit um 1905 sind ebenfalls Teil des Denkmals. In dem Flügel rechts neben der Torzufahrt ist die ehemalige Fachwerkscheune einbezogen.
Bedeutung
Die Gymnicher Mühle ist in dem beschriebenen Umfang ein Baudenkmal gem. § 2 DSchG NW. Sie ist bedeutend für die Geschichte des Menschen, für die Geschichte der Arbeits- und Produktionsverhältnisse und für die Geschichte von Erftstadt und Gymnich. Ihre Erhaltung liegt aus wissenschaftlichen, insbesondere architekturhistorischen, technik- und ortsgeschichtlichen Gründen im öffentlichen Interesse.
(Rheinisches Amt für Denkmalpflege, Archiv Technik- und Industriedenkmalpflege, Wassermühlen, Akte Gymnicher Mühle).